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Revolution! (2.2.2011)
Nein, liebe Freunde von der Denunzianten-Front, ich rufe hier nicht zur Revolution in Merkeldeutschland auf. Ich finde zwar, daß die Dinge hier in Deutschland ebenfalls dringender Reformen bedürfen, ich habe nicht einmal etwas dagegen, wenn unsere geliebten Parlamentarier neben den Bundesverdienstkreuzen, die sie sich gegenseitig umgehängt haben, auch noch die Dankesorden des Deutschen Volkes verliehen bekämen. Das sind dekorative Straßenlaternen, die um den Hals getragen werden und so richtig von Herzen kommen. Demokratische Orden, die vom Volk in freier Selbstbestimmung verliehen werden.
Aber es geht hier primär um die Revolution in Griechenland. Oder jene in Tunesien, Ägypten, Algerien, Jordanien, Jemen, Indien... und in Ländern, die diesem Beispiel zu folgen gedenken.
Ach, in Griechenland gab es keine Revolution? Die Papa-sonstwie-Regierung ist nach wie vor im Amt? Das macht doch nichts, seien wir ruhig großzügig. Wir können in Griechenland das beobachten, was weltweit zu den aktuellen Unruhen und vermutlich zu Revolutionen führt. Ich kann den Grund sehr kurz zusammenfassen: diese Länder sind nicht das Deutsche Kaiserreich!
Kann ich aufhören? Ja? Zumindest jene Leser, die ihr Geschichtswissen deutlich über das hinaus ausgedehnt haben, was ihnen das BRD-Regime zugestehen möchte, dürften jetzt schon wissen, was im Rest des Artikels steht. Für all jene, die auf Guido Knopp und andere staatlich bezahlte Volksverhetzer hereingefallen sind, muß ich allerdings weiterschreiben.
Das Deutsche Reich von 1871 hatte einen hohen Geburtenüberschuß und damit ein starkes Bevölkerungswachstum. Das Reich erlebte eine lange Friedensperiode, ehe ihm 1914 von hochgerüsteten Feinden ein Vernichtungskrieg aufgezwungen wurde. Im Deutschen Reich verbesserten sich die Bildungs-, Gesundheits-, Ernährungs- und Einkommensverhältnisse stetig, über mehr als 40 Jahre hinweg.
Das Besondere, geradezu Einmalige an dieser Entwicklung: sie wurde aus eigener Kraft bewältigt!
Blenden wir zurück ins Jahr 1835. Sechs Jahre zuvor wurde in England die erste Eisenbahnlinie in Betrieb genommen, mit Stephensons berühmter Lokomotive "Rocket". Die "Adler" war dagegen "bigger, better, more advanced" (ja, das stammt aus "Railroad Tycoon"). Diese Lokomotive und ihr Lokomotivführer wurden in England gekauft und befuhren die erste deutsche Bahnlinie zwischen Nürnberg und Fürth. Das war keine "Entwicklungshilfe" oder gar ein Geschenk der gütigen Engländer, es war ein Geschäft. Wenig später befuhren in Deutschland gebaute Lokomotiven das rasch wachsende deutsche Eisenbahnnetz.
Vor der Reichsgründung bestand Deutschland aus einer Anzahl Königreiche und Fürstentümer, die sich durch die gemeinsame Sprache locker verbunden fühlten, von denen jeder jedoch seine eigenen Interessen verfolgte. Deutschland war ein Agrarstaat mit einem bißchen Industrie und hervorragenden Universitäten. Andere Völker hatten sich längst zu Nationen zusammengefunden und herrschten über riesige Kolonialreiche.
Das Deutsche Reich hatte zwar großartige Kanonen und eine vorbildliche, pünktlich verkehrende Eisenbahn, doch das, was am 18. Januar 1871 aus der Taufe gehoben wurde, war ein Entwicklungsland. Ein Land, das gerade mal billige Ramschwaren produzierte, die auf Drängen der britischen Weltmacht mit "Made in Germany" gekennzeichnet werden mußten, um ahnungslose Kunden vorzuwarnen.
Dieses Entwicklungsland mußte eine ständig wachsende Bevölkerung versorgen, sie ausbilden, ihnen Arbeit und Perspektiven verschaffen. Unsere heutigen Propaganda-Medien bezeichnen dieses Reich als einen militaristischen Obrigkeitsstaat, beherrscht von einem eitlen Kaiser, mit einer unterdrückten Bevölkerung, die von jeglicher politischen Willensbildung ausgegrenzt wurde. Ein Staat, der alles in die Rüstung gesteckt hat, bei jeder Gelegenheit neue Gebiete eroberte und eine ständige Bedrohung für die ganze Welt gewesen war. Und natürlich waren die Deutschen als Kolonialherren unfähig, denn ihre Kolonien haben mehr Geld gekostet, als sie ihnen eingebracht haben.
Mit der Realität hat dieses Bild natürlich nichts zu tun. Verwechseln Sie die SPD im Kaiserreich bitte nicht mit dem zahnlosen Abziehbild eines Stubentigers, zu dem diese Partei heute degeneriert ist. Die SPD war damals eine marxistische Partei, die sich für keine Agitation zu schade war. Die Partei war zeitweise verboten, wurde aber wieder zugelassen. Bismarck hat aus der klaren Erkenntnis der Situation ein für seine Zeit einmaliges Sozialsystem geschaffen, mit Krankenkasse und Renten für alte Arbeitnehmer. Im Deutschen Reich gab es alle ausländischen Zeitungen zu kaufen, alle Bücher, und das auch noch durch den ganzen Weltkrieg hindurch.
Der angebliche Obrigkeitsstaat war der Demokratie weitaus näher als heute. Der Kaiser hat die Regierung ernannt, das Tagesgeschäft regelte der Reichskanzler, der sich geeignete Fachleute als Minister auswählen konnte. Er war nicht an Parteigrenzen gebunden, brauchte also keine Kompromisse einzugehen, um Parteifunktionäre mit Dienstwagen zu versorgen. Kanzler und Regierung gegenüber stand das Parlament aus frei gewählten Abgeordneten, aus zahlreichen, miteinander konkurrierenden Parteien. Dieses Parlament war NICHT der willige Komplize der Regierung, sondern deren Gegner und Kontrolleur. Richter und Staatsanwälte wurden nicht nach Parteibuch ausgewählt, sondern nach Können, Gesetzestreue und Charakter.
Verglichen damit haben wir heute einen zügellosen Parteienstaat, bei dem das Volk von jeglicher Mitwirkung ausgeschlossen ist. Nominal haben wir sechs Parteien im Bundestag, doch die sind untereinander so beliebig austauschbar, daß der Wähler keinen Unterschied bemerkt, denn er wird von allen gemeinsam ausgepreßt. Diese Parteien durchdringen alles, von der Regierung bis zu den Gerichten. Wichtig ist der Parteiproporz, die einzuhaltende Quote, der Können und Charakter eher im Weg stehen.
Der Lebensstandard der Bevölkerung im Kaiserreich verbesserte sich unaufhörlich, weil eben nicht alles Geld in die Rüstung geflossen ist, sondern in Bildung und Wirtschaft. Mangelwirtschaft zu Gunsten der Hochrüstung gab es unter Stalin, nicht unter den Wilhelms. Made in Germany wurde zum Qualitätssymbol, der billige Ramsch aus Solingen übertraf bald die Qualitätsprodukte aus Sheffield, "cheaper, better, more advanced" (nein, das stammt nicht aus einem Computerspiel). Das Reich übernahm die Führung in den Wissenschaften, es entfaltete sich ungebremst in Kunst und Kultur.
Aber der Kaiser hat sich sechsmal am Tag umgezogen und gerne Uniformen getragen! Äh, ja. Wie oft sich unsere heutige Kanzlerin umzieht, ist mir nicht bekannt, allerdings trägt sie gerne zu enge, die Augen beleidigende Hosenanzüge. Und? Der Kaiser war gemessen an heutigen Verhältnissen Milliardär, seine Bekleidung wurde nicht aus dem "Scherflein der Witwe" bezahlt, sondern aus der eigenen Tasche. Ludwig II. von Bayern hat seine Märchenschlösser aus eigener Tasche bezahlt, nicht wie die Kanzlerin aus den Steuergroschen der Bevölkerung. Die bayerische Regierung hat eingegriffen, nicht weil sie den Staatsbankrott, sondern den Bankrott des Königs befürchtet hatte. Heute laufen wesentlich verrücktere Gestalten in der Öffentlichkeit herum, als ein Kaiser, der gerne Uniformen trägt.
Wie sieht es mit den Kolonien aus? Ja, die haben Geld gekostet. Und warum? Weil die Deutschen, im Gegensatz zu Engländern, Franzosen, Spaniern, Portugiesen, Holländern, Amerikanern, Belgiern und sonstigen Kolonialmächten in ihren Kolonien investiert haben! Die Deutschen waren gekommen um zu bleiben, nicht um auszubeuten und verbrannte Erde zu hinterlassen. Schulen für die Eingeborenen kosten Geld. Plantagen nach modernen Erkenntnissen anzulegen, kostet Geld. Eine Infrastruktur anzulegen kostet Geld. Und wenn das alles steht, sind solche vorbildlich geführten und bestens ausgestatteten Kolonien viel profitabler als die geplünderten Landschaften der Engländer. Bevor die langfristige Strategie der Deutschen ihre Früchte trug, wurden diese Musterkolonien von den Feinden des Reiches annektiert und ausgeräubert.
Das Deutsche Reich war 1914 die führende Nation der Welt! Die Deutschen erfreuten sich einer höheren Bildung, eines höheren Einkommens, einer besseren Gesundheitsvorsorge als der Rest der Welt. England, Frankreich und Rußland fürchteten das Reich nicht als militärische Bedrohung, sondern wegen seiner wirtschaftlichen Potenz, seiner Liberalität, seiner allgemeinen Vorbildfunktion.
Und die Juden? Oh Gott, ja. Die Juden waren im Deutschen Reich gefährdeter als überall sonst auf der Welt! Ja, ehrlich, ich gebe es zu. Überall herrschte ein gesunder Antisemitismus, überall sonst hatten die Juden allen Grund, zwischen "wir" und den "Einheimischen" zu unterscheiden. Nur im Deutschen Kaiserreich waren sie dermaßen integriert, daß sie in höchste Gefahr gerieten, dauerhaft assimiliert zu werden. Jenseits der Maas wohnten französische Juden, diesseits Deutsche jüdischer Abstammung. Das Reich war derart attraktiv, daß immer mehr Juden freiwillig aufgehört haben, Juden zu sein. Sie wollten nicht "anders" sein, sondern endlich Deutsche werden. Diese Selbstverständlichkeit hat kein anderes Land der Welt seitdem wieder erreicht. Juden sind freiwillig für das Deutsche Reich in den Krieg gezogen, das gab es sonst nirgendwo auf der Welt. Dieses Verhältnis war für den damals aufkommenden Zionismus unerträglich, dem mußte Abhilfe geschaffen werden!
Oh, ich spreche immer noch von den derzeitigen Revolutionen. Wie ich oben erklärt habe, sind diese ausgebrochen, weil diese Länder eben nicht das Deutsche Kaiserreich sind. Das Reich hat seine Phasen der Rezession erlebt, doch diese immer wieder schnell überwunden. Das Reich hat es vermocht, für seine ständig wachsende Bevölkerung Arbeit zu schaffen. Dem Reich ist es gelungen, den immer besser gebildeten Abkömmlingen der Mittelschicht Arbeitsplätze zu vermitteln, die ihrer verbesserten Qualifikation entsprachen. Wir hatten damals eine Facharbeiter- und Akademikerschwemme, doch wir waren in der Lage, diesen Leuten die Arbeitsplätze zur Verfügung zu stellen, in der Wirtschaft, nicht bei der Infanterie!
Damit sind wir bei dem zentralen Problem. Der dank der EU-Transfergelder gewachsene Wohlstand in Griechenland hat dazu geführt, daß viele junge Leute akademische Abschlüsse erlangt haben. Aber das ist Griechenland, nicht das Deutsche Reich. Die jungen, bestens ausgebildeten Griechen, finden keine Arbeit, weil auf den begehrten Plätzen bereits altgediente Parteifreunde sitzen, die ihre Privilegien zäh verteidigen. In Griechenland gibt es zwei Parteien und zwei Familienclans, die sich gegenseitig in der Herrschaft abgewechselt haben. Bei jedem Regierungswechsel haben die neuen Machthaber zuerst ihre Parteigenossen mit einträglichen Pöstchen versorgt und dann geschaut, was sonst noch in der Staatskasse herumliegt. Falls dort, wie üblich, nicht genug zu finden war, hat man eben Schulden gemacht.
Das ist, wie gesagt, Griechenland, eine "westliche Demokratie", Mitglied der EU und Mitglied im Euro-Währungsverbund. Die Griechen können jederzeit in die EU strömen, in Deutschland oder einem anderen "reichen" Staat eine Firma oder ein Restaurant eröffnen, eine Arbeit aufnehmen. Ägypter können das nicht!
Werfen wir einen Blick nach Tunesien, einem Land, bei dem der Präsident bereits abserviert wurde. Tunesien besitzt eine sehr junge Bevölkerung. Dank des Tourismus - der einzigen nennenswerten "Industrie" - ist der Lebensstandard in den letzten Jahrzehnten gewachsen. Technologie und Güter von außen haben das Leben verändert. Eine Mittelschicht hat sich gebildet, deren Söhne studiert haben - und in den letzten Jahren erleben mußten, daß es keine adäquate Arbeit für sie gibt.
Das Land war ein repressiver Einparteien-Staat. Eine Million von zehn Millionen Tunesiern gehörte der Regierungspartei an. Der Parteiausweis führte dazu, daß Polizeikontrollen schnell beendet wurden, der Parteiausweis sorgte dafür, daß in Behördenangelegenheiten keine "nützlichen Aufwendungen" nötig waren. Der Parteiausweis übertraf alle anderen Dokumente. Nicht nach Fähigkeit, nicht nach Können, sondern nach Parteizugehörigkeit wurde eingestellt. Sie sehen, die Situation ähnelt der von Griechenland, nur daß es dort zwei Parteien gibt.
Doch auch hier gab es Leute, die einer noch höher gestellten Klasse angehörten: die Familienmitglieder der Präsidentengattin. Nicht der Präsident selbst, sondern die Familie seiner Frau krallte sich jeden erreichbaren Führungsposten, steckte ein, was immer einzustecken war, und bereicherte sich auf Kosten des Landes und seiner Bevölkerung. Eben diese Frau war es, die bei der Flucht des Präsidenten bei der Nationalbank vorgefahren ist und sich anderthalb Tonnen Gold abgeholt hat.
Tunesien ist überall, wo gerade Unruhen ausgebrochen sind. Oder soll ich von "griechischen Verhältnissen" sprechen? Das Volk auf den Straßen, Generalstreik im Land, Tränengas und Polizeiketten in voller Rüstung - das haben wir letztes Jahr alles in Griechenland gesehen. In Ägypten verläuft es nur ein wenig brutaler und tödlicher. Die Eurokrise und die Staatsschulden Griechenlands sind nämlich nur Symptome einer weltweiten Krankheit. Durch den Euro und die Aufschuldungsmöglichkeit wurde diese Krankheit plötzlich offen sichtbar, denn diese haben in den letzten Jahren mitgeholfen, die Symptome in Griechenland unter Kontrolle zu halten, die Krankheit zu verschleppen.
Es ist gewissermaßen das alte System Kohl, auf Probleme einen Geldsack zu werfen, bis das Problem zugeschüttet ist. Nur, leider, geht bei dieser "Staatskunst" schließlich das Geld aus. Wobei Kohl dieses System auf die Außenpolitik übertragen hat, innenpolitisch hat es bereits mit der sozialliberalen Koalition angefangen. Herbert Frahm hatte unter dem Kampfnamen "Willy Brandt" den Auftrag, die Belastbarkeit der deutschen Wirtschaft auszutesten. Damals wuchsen die Gehälter im Staatsdienst überproportional und der öffentliche Sektor stellte ein, was immer einzustellen war.
Die Folgen dieser Verschwendungsorgie erleben wir heute. Wir haben in den letzten Jahrzehnten nicht nur Waren exportiert, sondern auch Arbeitsplätze. Das Kaiserreich hat seine Produktivität genutzt, um die wachsende eigene Bevölkerung in Lohn und Brot zu halten, was heute als Quadratur des Kreises aufgefaßt wird. Vierzonesien hat Arbeitsplätze exportiert und Arbeitskräfte importiert. Wobei die besondere Idiotie darin liegt, daß sowohl die Arbeitsplätze als auch die Arbeitskräfte geringe Qualifikation aufwiesen, also genau die Arbeitsplätze abgeschafft wurden, für die man angeblich Fremde ins Land geholt hat.
Vierzonesien hat die gleichen Probleme wie die Unruheländer. Die Mittelschicht, deren Anwachsen den zunehmenden Reichtum einer Volkswirtschaft anzeigt, schrumpft längst. Hochqualifizierte Universitätsabgänger bekommen keine Lebensstellungen, sondern nur Praktika angeboten. Die Wirtschaft spricht vom Facharbeitermangel, doch zugleich gibt es für die vorhandenen Fachleute immer weniger angemessene Stellen.
Der Staat wurde ein Raub der Einheitsparteien, die überall das geschaffen haben, was im guten Deutsch als "Filz" bezeichnet wird. Wobei Parteien bei der Verfilzung bemerkenswert effizient sind. In Nordrhein-Westfalen genügten fünf Jahre CDU-Herrschaft, um neben dem angestammten roten Filz beträchtlichen schwarzen Filz heranzuzüchten. Höhere Beamte sind Parteibuch-Karrieristen, die für alle Anforderungen der Politik stets ein offenes Ohr haben, doch die Anforderungen ihres Amtes sträflich vernachlässigen.
Jede Regierung verspricht einen Bürokratie-Abbau, doch das probateste Mittel dafür ist die Schaffung immer neuer Behörden. Die Regierung hat einen Propaganda-Apparat aufgebaut, von dem alle Regime der Vergangenheit nur träumen konnten. Im deutschen Kaiserreich war die Presse frei und unabhängig, heute ist sie gleichgeschaltet und kontrolliert. Alle Medien verbreiten eine Einheitsmeinung, "Gender-Mainstreaming" passiert auf allen Ebenen, der "Kampf gegen Rechts" gilt als Zivilcourage, die "Zuwanderer", die nur ohne eigene Leistung an deutsches Geld kommen wollen, werden überall privilegiert.
Was uns noch fehlt, sind die kleptokratischen Familienclans. Diese haben wir nur in Ansätzen, in den kleinen Bevorzugungen, die man als Träger des richtigen Namens erlebt. Mama oder Papa im Abgeordneten-Rang ebnen selbst unfähigen Sprößlingen den Weg in gut bezahlte Stellungen, mit wenig Arbeit und ohne Verantwortung, dafür sicher vor Entlassungen. Regierungsmitglieder greifen nicht in die Staatskasse, um sich persönlich zu bereichern, sie greifen in die Staatskasse, um anderen Leuten Gutes zu tun. Dafür revanchieren sich diese anderen Leute gerne mit Preisen und Auszeichnungen, an denen sich unsere Regierungsmitglieder persönlich bereichern. Der direkte Griff in die Staatskasse käme dabei bedeutend billiger, nur so nebenbei.
Wir erleben gerade die Früchte aus Jahrzehnten der Unfähigkeit. Ägyptens Mubarak ist 30 Jahre im Amt, fast doppelt solange wie der bleierne Kanzler der BRD, der gewissermaßen Mubaraks "Gleichzeitiger" ist. Der Greis ist noch weniger lernbereit, als es Kohl ab 1990 gewesen ist. Die Länder, in denen es jetzt rumort, waren über Jahrzehnte hinweg stabil. Die Stabilität wurde jedoch durch die Unbeweglichkeit der Regime erkauft. Nur keine Veränderung, nur keine Reformen, nur Forterhalt der eigenen Macht. Diese Verkrustung bricht jetzt auf, die Betonköpfe werden gesprengt, einer nach dem anderen. Dabei ist es gleich, ob das in den nächsten Wochen oder in den nächsten Jahren passiert.
Immer wieder wird mir mitgeteilt, daß dies alles doch gesteuert sei, daß CIA und Mossad hinter diesen Ausbrüchen stehen. Oh ja, es paßt ins große Spiel, es führt zum dritten Weltkrieg, den Oberfreimaurer Pike in seinem berühmten Brief angekündigt hat: der Krieg der Islamisten gegen die Zionisten. Solche Anrufer zitieren auch gerne, daß in der Weltpolitik nichts durch Zufall passiere.
Nur, leider, widersprechen solche Sätze der Alltagserfahrung. Minutiöse Vorbereitungen werden durch kleine Zufälle über den Haufen geworfen. Stellen Sie sich einfach vor, Sie probieren ein Kochrezept. Sie halten sich genau an den Plan, alle Zutaten liegen abgewogen bereit, Töpfe, Pfannen und sonstiges Küchengerät stehen griffbereit. Sie fangen an, alles läuft wie am Schnürchen - und dann klingelt das Telephon. Schon wird das Kochen viel schwieriger, der tolle Plan gerät durcheinander.
Die Allmacht, die solche schönen Sätze suggerieren wollen, existiert nicht. Die zwei Weltkriege nach Pike wurden nicht nach Plan gewonnen, trotz bester Vorbereitung der Alliierten. Das Deutsche Reich hat diese Planungen mit seiner Dynamik zunichte werden lassen, die Kriege kosteten mehr Opfer und mehr Geld, als vorausgeplant war. Deutschland muß noch heute dafür büßen, daß es sich in zwei Weltkriegen viel zu erfolgreich gewehrt hatte. Die dunklen Mächte, die Weltpolitik als großes Schachspiel betreiben, liegen weit hinter ihren Planungen zurück. Werfen Sie einen Blick nach Afghanistan, wenn Sie der Meinung sind, daß diese Leute alles unter Kontrolle hätten.
Die steuernden Kräfte können nur noch reagieren, sie versuchen verzweifelt, das Heft des Handelns wieder in die Hand zu bekommen. Nehmen Sie doch mal 500 Ameisen und versuchen Sie, die zu kontrollieren. Sie sind ein Mensch, den Viechern an Intelligenz und Kraft weit überlegen. Und doch - Sie können nicht in den Bau schauen, was die Ameisen darin treiben. Sie können nicht Hunderte Ameisen verfolgen, wenn diese aus ihrem Bau schwärmen. Die "Illuminaten" können das ebenso wenig.
Haben Sie bitte Verständnis, "Rothschild" ist kein Gott, die Weltverschwörer (Freimaurer, Illuminaten, Bilderberger usw., die natürlich alle unschuldig sind) haben nur die Protokolle der Weisen von Zion (die natürlich vom überaus hellsichtigen Geheimdienst des Zaren gefälscht wurden), um eine Welt zu kontrollieren, die hundertfach komplizierter geworden ist, als General Pike vorausplanen konnte. Die Ameisen kommunizieren untereinander, die sechsbeinigen über Duftstoffe, die Sie als Mensch nicht wahrnehmen, die zweibeinigen über Internet und Mobilfunk, die alles übersteigen, was die Geheimdienste steuern und überwachen können. Alles, was die Dienste noch fertigbringen, beschränkt sich darauf, ein wenig die Richtung zu beeinflussen. CIA und Mossad können die alten Machthaber beeinflussen, sie noch ein bißchen länger in den Ämtern halten, doch damit riskieren sie, daß der Überdruck zu einer Kesselexplosion führt.
Die Geheimdienste werden jetzt improvisieren, sie werden versuchen, die frei werdenden Kräfte in die ihnen genehme Richtung zu lenken. Der dritte Weltkrieg läßt sich auf vielfältige Weise erreichen, wenn er ausbricht, wird er noch schwerer zu beherrschen sein. Israels riesige Armee, Israels zahllose Atombomben reichen nicht aus, um 800 Millionen Araber mit Knüppeln und Backsteinen zu vernichten. Wenn einem Panzer die Munition und der Treibstoff ausgehen, mag sich die Besatzung darin verbarrikadieren, bis sie verhungert. Atombomben sind wunderbar, wenn die Ziele weit weg liegen, aber keine Option, wenn der Gegner in den eigenen Städten steht. Das Einzige, was dann noch hilft, ist die Luftwaffe. Die bringt die führende Junta in Sicherheit, während das gewöhnliche Volk abgeschlachtet wird.
Es gibt nur ein kleines Problem mit dem Ziel der Flucht. Wenn die Diktaturen weltweit wanken, gibt es keine sicheren Ziele mehr. Fliehende Juden werden in der Islamischen Republik Germanistan nicht willkommen sein. Regierungen gegen das Volk gibt es überall, auch in scheinbar unverdächtigen Staaten. Ein heruntergewirtschaftetes, verfallenes Land, mit gut ausgebildeten, aber chancenlosen junge Leuten, verarmender Mittelschicht, stetig wachsenden Heeren von Armen, die auf Almosen und Fürsorge angewiesen sind, einer kleptokratischen Oberschicht, die sich hemmungslos die Taschen füllt, einem Regierungssystem aus dem vorvorigen Jahrhundert - das beschreibt die USA ganz gut.
Wir leben nicht mehr im späten 18. Jahrhundert, als England und Frankreich vergleichbare Probleme gehabt hatten. Die Briten haben ihre jungen Leute über die ganze Erde herfallen lassen, zum Marodieren und Rauben, zur Unterwerfung der Einheimischen. was später als "Kolonialismus" verbrämt wurde. Die Franzosen haben ihre Regierung geköpft und sind mit vergleichbar löblichen Absichten über Europa hergefallen. Nachdem ihnen dabei ordentlich aufs Haupt geschlagen worden war, adoptierten sie den britischen Weg der Welteroberung. Engländer und Franzosen haben im 19. Jahrhundert auf der ganzen Welt Kriege geführt, das angeblich so militaristische Preußen und mit ihm das kriegslüsterne Deutschland genau drei und die kurz hintereinander. Vorher und nachher war Deutschland ein Muster an Friedfertigkeit und das Deutsche Reich war das einzige Land, das die Bevölkerungsentwicklung und den wirtschaftlichen Aufschwung ohne fortwährende Kriege meisterte.
Das Deutsche Kaiserreich, das Reich des Guten, existiert nicht mehr. Die Länder der Erde haben Jahrzehnte der falschen Entwicklung hinter sich, die jetzt zum Überdruck führen, zum Platzen der Kessel und der Verkrustungen. Ägypten, Algerien, Jordanien, Jemen, Indien - stellen Sie sich vor, dort würden überall, genau wie in Tunesien, die Regime zusammenbrechen. Selbst wenn der Rest der Welt so ruhig bleibt wie bisher, ist nichts gewonnen. Frankreich 1789 - die alte Regierung war abgesetzt, doch das hatte kein einziges Problem des Landes gelöst. In diesen Staaten sind weiterhin viele junge Leute trotz ihrer Diplome arbeitslos. Selbst wenn das Volk unbeeinflußt eine neue Regierung aufstellt, herrschen weiterhin Armut und Versorgungsmängel. Das Versprechen von 1789 wurde in Frankreich nicht eingelöst, die Herrschaft der Guillotine, der allgemeine Terror, sollten erst nach Jahren folgen. Und dann begannen die Kriege...
Der Brand bricht gerade aus, der Teufel ist bereits aus der Flasche. Wir gehen unruhigen Zeiten entgegen - es wird immer deutlicher. Ja, das sind Gemeinplätze, und natürlich möchte ich gerne darauf hinweisen, daß dies Zustände sind, die ich seit Jahren ankündige. Wir dürfen nicht erwarten, daß jetzt alles gut wird, daß die "Revolutionsländer" zu "westlichen Demokratien" werden. Das werden sie schon allein deshalb nicht, weil der Status einer "westlichen Demokratie" nicht wirklich derart verlockend ist, wie uns die Staatspropaganda einredet. Diese westlichen Demokratien sind selbst am Ende. Merkeldeutschland hat das noch vor sich, was in Tunesien bereits geschehen ist. Die USA werden sich ebenfalls verändern, Frankreich, Großbritannien, Griechenland - die ach so unerschütterliche EU ist zu einem morschen Kartenhaus geworden. Ob es hier bei uns noch drei Monate hält oder drei Jahre - das Regime soll sich nicht zu sicher sein.
Wir haben jedoch einen Vorteil: Wir haben es schon einmal geschafft, denn unsere Vorväter haben 1871 das Deutsche Reich gegründet. Wir haben die alten Rezepte in der Schublade, wir müssen sie nur hervorholen und an die heutige Zeit anpassen. Es wird nicht ohne Verluste abgehen, wir werden die Revolution auch in Deutschland sehen. Wir haben jedoch die Gewißheit, daß uns die Revolution befreien wird. Rückkehr zu den Traditionen bedeutet in Deutschland nicht, daß religiöse Eiferer an die Macht kommen, sondern das wieder ersteht, was einst Preußen ausgezeichnet hat.
Wir hatten zwischen 1871 und 1914 Freiheit und Demokratie in diesem Land, eine ehrliche Führung, zum Besten dieses Landes. Seit 1945 haben wir eine Führung, die behauptet, sie gewähre Freiheit und Demokratie, obwohl sie klar erkennbar nichts davon einhält und schon gar nicht den Interessen des deutschen Volkes dient. Die Unruhen in Ägypten, das Aufbegehren vieler Völker wird letztlich unserer Freiheit den Weg bahnen.
Was einmal war, wird wieder sein, was heute ist, wird nie mehr sein - wir haben es in der Hand!
© Michael Winkler
Quelle.. http://www.michaelwinkler.de/Pranger/Pranger.html