Samstag, 7. August 2010

Der Zug rollt … in Richtung Aktionskonferenz



08/03/2010 — Wolf Wetzel

James K. Galbraith, Professor an der University of Texas/USA fasst den erlebten Finanzkrieg, der zur größten Wirtschaftskrise nach 1945 in den westlichen Industrienationen führte, so zusammen: »Im vergangenen Jahrzehnt hat der Raubtier-Staat auf besonders dramatische Weise im Finanzsektor Fuß gefasst. Regulierung wurde zerstört. (…) Im Endergebnis wurde dieser Sektor überrannt von den aggressivsten Vertretern der Kunst, fragwürdige Hypotheken aufzulegen. Sie wurden den Kunden angedreht, die Gebühr eingesteckt, dann weiterverkauft gegen eine weitere Gebühr. Sie wurden verpackt, mit dem Weihwasser quantitativer Risikomanagement-Modelle benetzt und mit dem höchsten Rating AAA gesegnet. Wenn das kriminell klingt, hat das einen Grund: Es war kriminell.«Handelsblatt vom 30/31. Juli 2010

Das sagt ein liberaler Wirtschaftswissenschaftler, der den Kapitalismus nicht abschaffen, sondern vor sich selbst schützen möchte.

Nachdem auf dem ersten Treffen in Frankfurt am 3. Juli 2010 einstimmig beschlossen wurde, den Aktionsaufruf der AG Georg Büchner in die Tat umzusetzen, wurde ein Koordinierungskreis mit der Durchführung einer bundesweiten Aktionskonferenz betraut. Dieser hat eine Stellungnahme verfasst (›Die Verursacher und Profiteure der Krise blockieren‹), die neben der politischen Begründung den Ablauf der Aktionskonferenz am 21. August in Frankfurt/Studierendenhaus der Johann Wolfgang Goethe-Universität in groben Zügen vorstellt.

Die ›AG Krise‹ wird die Fragen zu beantworten versuchen: Warum wurde der Banken- und Finanzsektor für diese Aktion aussucht? In welchem Verhältnis steht dieser Sektor zu anderen Sektoren dieses Wirtschaftssystems (Industrie/Produktion)? Welche Macht kommt ihm zu, welche Macht (bleibt) der jeweiligen Regierung? Trifft der Filmemacher Hubert Seipel (Regisseur des Portraits›Die Welt des Josef Ackermann‹) den Nagen auf den Kopf, wenn er mit Blick auf die gegenwärtige Bundeskanzlerin lapidar feststellt: ›Sie dachte, sie sei an der Macht, dabei ist sie nur an der Regierung.‹?

Die ›AG gesellschaftliche Kämpfe/Perspektiven‹ wird in einem ersten Teil die verschiedenen Aktionen und Akteure des ›heißen Herbst‹ vorstellen: Was ist am›Bankenaktionstag‹ am 29. September, getragen von ATTAC und Krisenbündnis, geplant und machbar? Was wird rund um Gorleben vorbereitet, wenn der Castortransport im November nicht nur radioaktiven Müll mit sich führen wird, sondern die rechtsbrecherische Absicht der Bundesregierung, das Atomprogramm koste was es wolle fortzuführen? Was verbirgt sich hinter dem pfiffigen Slogan:›Schwellenängste abbauen – Gemeinsam zum Zug kommen – CASTOR 2010‹? Womit kann, womit muss man rechnen, wenn die Gewerkschaftsspitze dazu aufruft, die Betriebe zu mobilisieren, mit dem Ziel, in und aus Betrieben heraus gegen das Verarmungsprogramm der Bundesregierung zu protestieren? Was geht zusammen, was geht überhaupt nicht? In diesem Kontext wird auch ein Manifest vorgestellt, dass die hier angerissenen Aktionen nicht in Konkurrenz, sondern in Verbindung zueinander begreift.


In einem zweiten Teil möchte die AG strategische, grundsätzliche Fragen diskutieren:

Ist das Konzept der massenhaften Blockaden ein/der Ausweg aus einer statisch gewordenen Situation (kleiner schwarzer Block – große Demonstrationen der Ohnmächtigkeit)? In welchem ambivalent/konfliktreichen/produktiven Verhältnis stehen z.B. die Partei ›Die Linke‹ und soziale Bewegungen? Ist es notwenig oder gar an der Zeit, dass sich soziale Bewegungen eigenständig organisieren, um spontanen und lokalen Umständen weniger ausgeliefert zu sein?

Die ›AG Internationalismus‹ wird sich den Fragen stellen: Was ist so anders in Italien, Frankreich, Spanien oder Griechenland? Und: Wie weit gehen die Herrschenden, um die Verarmungsprogramme durchzusetzen? In Griechenland wurde die Armee gegen die streikenden Transportunternehmer eingesetzt, nachdem diese eine Hauptschlagader der griechischen Wirtschaft getroffen hatten. Blieb dieser Streik ohne Unterstützung, weil es sich hier um privilegierte Kleinunternehmer handelte?
Gibt es politische Konzepte, die Mut machen, einen neuen Horizont eröffnen? Welche Organisationsformen sind notwendig und an welche politischen Grenzen stoßen sie? Fehlen (hier) nur die Millionen oder (auch anderswo) die Visionen?

Diese und weitere Arbeitsgruppen werden parallel stattfinden. Im Mittelpunkt der Aktionskonferenz wird – nach einer Mittagpause - ein gemeinsames Plenum stehen, das das Blockade-Belagerungskonzept vorstellt, diskutiert und beschließt.
Ziel ist es, muss es sein, die bisherigen UnterstützerInnen und Trägerinnen des Aktionsaufrufes zu aktiv Beteiligten zu machen und neuen Gruppen und Organisationen die Möglichkeit zu geben, sich an der Umsetzung und Durchführung des Tag X zu beteiligen.

Unschwer zu verheimlichen sind Umstand und Reiz des Vorhabens: Es handelt sich nicht um eine Demonstration (in der Freizeit) von A nach B. Eine solche wird angemeldet, ist berechenbar und in aller Regel mit der Polizei und Ordnungsbehörde (in so genannten Kooperationsgesprächen) abgesprochen. Läuft alles nach Plan meldet die Polizei einen störungsfreien Verlauf und keine Behinderungen.

Die Belagerung einer Schaltzentrale des Finanzsektors wird sich verständlicherweise nicht an dieses Drehbuch halten. Man muss davon ausgehen, dass an diesem Tag der vierten Rettungsschirm aufgespannt werden wird – nach dem finanziellen (die Verstaatlichung von Milliardenverlusten von Privatunternehmen), dem strafrechtlichen (Totalamnestie/Straffreiheit), dem gesellschaftlichen (Umkehrung des Verursacherprinzips), wird man damit rechnen müssen, dass die Polizei damit beauftragt sein wird, all dies zu schützen, durch ein massives Polizeiaufgebot, durch die Verhinderung der Absicht, die Verursacher und Profiteure dieser Krise zur Kasse zu bitten.

Aller Erfahrung nach werden sich die genauen Bedingungen vor Ort, am Tag X erst wenige Stunde vor der Aktion genau bestimmen und einschätzen lassen. Das verlangt hohe Flexibilität, Mobilität und einen gut organisierten Grad an Überraschungsfähigkeit.

Das heißt: Man wird auf der Aktionskonferenz den Rahmen abstecken können, den Aktionskonsens verbindlich und für alle kalkulierbar machen und die Optionen umreißen können, die im Rahmen dieses Aktionskonzepts möglich sind. Wie reagiert man auf eine Situation, in der es aussichtslos erscheint, an den gewählten Ort zu kommen? Welche Möglichkeiten ergeben sich, wenn die erhofft Vielen um 6 Uhr morgens zusammengekommen sind? Welche Handlungsmöglichkeiten ergeben sich, wenn man weniger ist? Setzt man alles auf eine Karte oder setzt man auf ein Quartett an Möglichkeiten?

Aus all diesen hier genannten Gründen wird der Koordinierungskreis die Bildung eines Aktionsrates vorschlagen, der mit dem Vertrauen und dem Mandat ausgestattet ist, am Tag X im Rahmen dieser Möglichkeiten zu entscheiden.

Erfahrungsgemäß wird vieles, was am Tag X möglich sein wird, vorher entschieden. Welche politische Unterstützung hat das Vorhaben? Gelingt es im Vorfeld, die Legitimität dieser Aktion zu untermauern, den Ruf nach legaler Wirkungslosigkeit und rechtlich einwandfreier Ohnmächtigkeit im Hohn zu ersticken? Ist es möglich, den›Bankenaktionstag‹ am 29. September in das Konzept einzutakten?

Was von all dem umzusetzen ist, was im Koordinierungskreis vorbereitet und auf dieser Aktionskonferenz vorgestellt werden soll, wird von der Beteiligung aller abhängen. Die Ohnmächtigkeit und Symbolik des bisherigen Protestes zu kritisieren ist einigermaßen leicht. Die Unzufriedenheit darüber zu äußern, stößt auf viele offene Ohren. Nun entscheidet es sich, ob dieser Unzufriedenheit Untätigkeit und Resignation folgt oder die Bereitschaft, das Risiko gemeinsam einzugehen, die Symbolik hinter sich zu lassen.

Um all das Gesagte und Verabredete in einem Testlauf auf die Strasse zu bringen, ist im Anschluss danach eine ›Blockade zur Probe‹ vorgesehen. Sie wird rechtzeitig (auch für die Presse) angekündigt.

Auf dass sich der Wind dreht und die Angst die Seite wechselt.

Der komplette Aufruf und viele Informationen mehr sind auf der neuen Homepage nachzulesen: http://www.georg-buechner.org

Zuerst veröffentlicht bei Wolf Wetzel - trueten.de - eyes wide shut



Bilder von mir..

Freitag, 6. August 2010

USA verlangen ab September 14 Dollar Einreisegebühr

Mein letzter Anflug USA!!

Washington(FreierPresse.de/IRIB)- Die USA erheben ab September eine Einreisegebühr in Höhe von 14 Dollar (umgerechnet rund 10,60 Euro) für europäische Touristen. Der Betrag wird ab dem 8. September für alle Reisenden fällig, die kein Visum benötigen, wie das US-Heimatschutzministerium in Washington mitteilte. Dies trifft auf die meisten Deutschen und EU-Bürger zu. [FreiePresse.de/IRIB](webcache.google)

Die Europäische Kommission bedauert die Einreisegebühr, bleibt aber untätig, was auch sonst!!


Mal wieder der kleine Mann wird zur Kasse gebeten!!!

weitere Links:
Neue Einreisegebühr für europäische Touristen: Wer ohne Visum in die USA einreist, muss künftig 14 Dollar bezahlen. Die EU ist empört.
www.welt.de

USA verlangen künftig 14 Dollar Einreisegebühr > Kleine Zeitung

Ab September müssen Bürger zahlreicher EU-Staaten künftig dafür zahlen, dass sie sich online die "ESTA" genannte und bisher kostenlose ...
www.kleinezeitung.at

USA verlangen ab September 14 Dollar Einreisegebühr - Yahoo! Finanzen

Die USA erheben ab September eine Einreisegebühr in Höhe von 14 Dollar (umgerechnet rund 10,60 Euro) für europäische Touristen. Der Betrag wird ab dem 8. ...
de.finance.yahoo.com

USA verlangen ab September 14 Dollar Einreisegebühr

Die USA erheben ab September eine Einreisegebühr in Höhe von 14 Dollar (umgerechnet rund 10,60 Euro) für europäische Touristen.
reisen.t-online.de

Reisende in die USA müssen 14 Dollar Einreisegebühr bezahlen ...

Die USA erheben ab September eine Einreisegebühr in Höhe von 14 Dollar (umgerechnet rund 15 Franken) für europäische Touristen. ...
www.suedostschweiz.ch

Sonntag, 1. August 2010

Gerald Celente: Wall Street ist die Regierung und die Regierung ist Wall Street

Gerald Celente ist zornig wie man sehen kann. In einem Interview mit www.rt.com lässt der Leiter des »Trend Research Instituts« seinem Unmut freien Lauf. Die »Banksteuern« und das Audit (*), bei dem die Großbanken unter Eid Auskunft über ihre Geschäfte geben sollen, hält er für eine Farce.



Seit vielen Jahren forscht er zu den weltweiten politischen und wirtschaftlichen Hintergründen. Schon früh warnte der Trendforscher vor der finanziellen Kernschmelze und kündigte an, was kommen werde: ein Economic 9/11. Nun prangert er den neuesten Schachzug im US-amerikanischen Spiel an: die Geldforderungen, die die Regierung Obama als sogenannte Banksteuern an die Wall Street Banken richten will.

Früher musste man im Osten westliche Feindsender hören, heute bedarf es russischer Satellitensender wie (Astra 11536.797 MHz v) Russia Today (RT news) für die Wahrheit...

Mehr -->> info.kopp-verlag.de

Deutschland kurz erklärt!

Nur 3 Absätze: Michael Winckler

Wieso ein Herr Brüderle glaubt, mit einem bißchen Geld Fachleute in ein Land zu locken, das drauf und dran ist, sich in die islamische Republik Germanistan zu verwandeln, kann ich nicht nachvollziehen. Was soll qualifizierte Zuwanderer veranlassen, ihre Kinder in einem Land großzuziehen, an dessen Schulen man in 20 Sprachen fluchen lernt, dafür kaum noch Lesen, Schreiben und Rechnen? Was sollen intelligente Leute in einem Land, dessen Gefängnisse voll sind mit "Politischen", denen Meinungsdelikte vorgeworfen werden. Was sollen intelligente Leute in einem Land, das die eigene Verteidigungskraft systematisch schwächt, aber atomwaffenfähige Unterseeboote in Krisengebiete verschenkt?

Wer möchte schon in ein Land, dessen Regierungschefin im Dienst fremder Interessen steht und die so aussieht, daß ihre Bilder in Voodoo-Zeremonien böse Geister abschrecken? Dessen Außenminister ein bekennender Schwuler ist, der seinen Bettgespielen auf allen Fernreisen im Dienst des Staates mitnimmt und den Gastländern ein "Damenprogramm" aufnötigt? Wo der mächtigste Mann im Kabinett im Rollstuhl sitzt und zufällig dann krank wird, wenn die Finanzkrise am größten ist? Ein Land, in dem vom Staat bezahlte Priester ihnen anvertraute Kinder mißhandeln oder gar mißbrauchen? Ein Land, das zwar nicht Weltmeister im Fußball wird, aber dafür Weltmeister im Steuerzahlen bleibt?

Brüderle, das sind schlechte Aussichten. Zumal wir natürlich wissen, wofür man Gastarbeiter braucht: zur Lohndrückung. Wenn die Demographie Fachkräfte in Deutschland zu begehrten Leuten macht, die sich den Arbeitsplatz aussuchen und Lohnforderungen stellen können, ist die Konkurrenz aus dem Ausland überaus erwünscht, weil sie solche Forderungen in Schach hält. [link]

Autostrom laden ist Kinderleicht!!