Mittwoch, 13. Juni 2007

Neue Wege - prima Primacall.

Man liest alle Nase lang über solche Aktivitäten von diversen Firmen. Erst kürzlich hat die Zeit Online mit einer neuen Geschichte von Günter Wallraff aufgetrumpft, in der er von seinen Erfahrungen als Mitarbeiter (Agent) in einem so genannten „Call Center“ berichtet.

Primacall ist ein in Berlin ansässiger Telekommunikationsdienstleister (beste Lage). Am 10. April 2007 unterschrieb die Firma Primacall auf Klage der Verbraucherzentrale Berlin eine Unterlassungserklärung. In dieser Unterlassungserklärung verpflichtete sich Primacall, „Privatpersonen ohne deren vorherige Einwilligung nicht mehr zu Werbezwecken anzurufen“.
Nachdem es fast ruhig geworden ist um Primacall sorgt die Telekommunikationsfirma erneut für Schlagzeilen. Viele Leute haben schon darüber geschrieben hier, hier, hier, hier, und Fernsehberichte gibt es natürlich auch über Primacall. Der Verbraucherschutz ruft auf:

Die Verbraucherzentrale Berlin bittet alle Verbraucher, ihre Werbeanrufe von oder im Auftrag der Firma Primacall nach dem 10. April oder der Firma Kabel Deutschland nach dem 3. April per E-Mail an telefonwerbung@vz-bln.de, per Post oder per Fax mitzuteilen. Die Verbraucherzentrale bittet weiterhin darum, sie über Telefonwerbung auch anderer Anbieter zu informieren. Weitere Informationen zur „Aktion gegen Telefonwerbung“ sind auf der Homepage der Verbraucherzentrale zu finden: www.vz-bln.de

Nun beschreitet man anscheinend ganz neue Wege der Kunden Akquise in der Abteilung Preselection "Aktivierungsbereich" wie ein Interview eines CCD Callcenter Agent bei Spreeblick zu berichten weiß. Sehr sehr aufschlussreich - Prima Call.
Zitat:
Spreeblick: Wie ist die Firma hierarchisch aufgebaut? Kennst du den Chef, gibt es so etwas wie einen Betriebsrat?
CCA: Einen Betriebsrat gibt es nicht. Chef oder Vorstand kenne ich nicht, die in der Hierarchie höchststehenden, mit denen ich Kontakt habe, sind die Teamleiter, eine Hierarchiestufe über mir als Telefonisten. Was außerdem interessant ist: Ich habe meinen Arbeitsvertrag nicht mit Primacall abgeschlossen, sondern mit einer anderen Firma, der New Way Telecom GmbH. Die sind irgendwie etwas unsichtbar, stehen zwar im Handelsregister, aber mehr Informationen erhalten wir darüber nicht. Über Primacall hingegen findet man Blogbeiträge und Fernsehberichte. alles lesen-->

links:
zweicent.brostedt.de telefondienstleistungen
dieweltistscheisse.de Der wahre ColdCall ist ja irgendwie so eine prima fiese verbraucherrechtliches.de interview-eines-callcenter-mitarbeiters-von-primacall
zurpolitik.com

4 Kommentare:

  1. Bei Primacall gibt es eigentlich nur eines zu beachten:
    NICHTS ZAHLEN!

    Mich wundert es überhaupt, dass es noch Leute gibt, die diesem ........... Geld geben und dadurch deren Weiterarbeit ermöglichen. Mittlerweile hat so ziemlich jeder Fernsehsender über deren Praktiken mehr oder weniger direkt berichtet. Am besten war wohl der Beitrag von Escher vom MDR. Ausser nichts zu zahlen sollte man Anzeige bei der Staatsanwaltschaft in Berlin erstatten. Die sammelt dort mittlerweile über 100 Anzeigen wegen Betrug. Ich habe auch Anzeige erstattet. Laut Verbraucherzentrale Berlin hat Primacall bisher noch nicht versucht, ihre Rechnungen gerichtlich einzutreiben. Also: keine Angst haben und vom Widerrufsrecht Gebrauch machen. Die Widerrufsfrist beginnt erst mit einer ordentlichen Widerrufsbelehrung. Und diese wird von Primacall nicht erteilt. Also noch mal: nichts zahlen, widerrufen und anzeigen.

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  2. Ich war telefonischer Mitarbeiter bei Primacall.
    Während man sich über die Herkunft und Verwendbarkeit der abzuarbeitenden Daten bzw. " Einwilligungserklärungen" ja unter Juristen noch streiten kann, werden wir Telefonischen Mitarbeiter (auch Aktivierer genannt) EXPLIZIT dazu aufgefordert bei Nachmietern, Lebensgefährten, Ehepartnern etc. die uns genannten Daten (also Name usw.) zu notieren und den Leitfaden - also jenes Skript welches den Gesprächsverlauf diktiert - anzuwenden.
    Da diese Personen ja bis dato nicht bei uns aufgeführt sind kann von einer "Einwilligung" zur Telefonischen Akquisition dieser Personen, Primacall gegenüber, überhaupt nicht die Rede sein.
    Dies stellt meinem Rechtsverständnis nach einen eindeutigen Verstoß gegen § 7 des Gesetzes gegen unlauteren Wettbewerb dar.
    Wer wiederholt (wie ich beispielsweise) daraufhin das Gespräch beendet, wird von den Teamleitern "belehrt". Also ins Gespräch genommen und dazu gedrängt jene "potenzielle Kundschaft" in Zukunft besser zu bearbeiten sprich Ihnen eine der Flats anzudrehen. Ein eindeutiger Indikator, dass die "kalte Akquisition, nach wie vor elementarer Bestandteil der Kundengewinnungsstrategie von Primacall ist.

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  3. Die PrimaHolding, auch PrimaCall, PrimaMobil ist ein kriminelles Unternehmen. Sie haben im Gespräch offen zugegeben, dass sie gegen jedes gängige Recht, alte Menschen am Telefon abzocken und so Millionen machen. Zudem verstoßen sie auch sonst gegen jegliche Vorschriften ... Den Arbeitsvertrag, den sie mir vorgelegt haben, war grob unfair und kriminell. Fazit: dieses Unternehmen zieht Kunden (alte Menschen) und Mitarbeiter ab. Finger weg! Bzw. wenn möglich: Anzeige erstatten.

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  4. Hallo, auch meine Mutter ist der FA Primacall auf den Leim gegangen. Sie hat. trotz bestätigter Kündigung u. vorgelegter Sterbeurkunde, weiterhin Rechnungen an meinen verstorbenen Vater bekommen. Dank eurer Tipps habe ich erst mal nen Widerruf nach Berlin geschickt u warte jetzt ab. Schon mal nen Riesendank für die Infos.

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